Quo vadis – Land der Dichter und Denker?

Posted by on Feb 25, 2018 in Allgemein
Quo vadis – Land der Dichter und Denker?

»Wie im Außen so im Innen«, lautet wohl eine der weisesten Erkenntnisse. Dieser Spruch geht leicht über die Lippen, er wird in seinem Tiefgang jedoch schwer erfasst. In der äußeren Welt ist täglich zu beobachten, wie kleine Strukturen aufgelöst und zu größeren Gebilden zusammengefasst werden. Angefangen bei Konzernen, Währungen oder der momentanen Auflösung von Nationalstaaten. Von wenigen Menschen als Fortschritt angepriesen, von vielen Menschen als alternativlos zur Kenntnis genommen. Beschleunigt wird dieser Zustand durch den massenhaften Zustrom fremder Kulturen. Egal wie so ein Entschluss, Millionen von Kriegsflüchtlingen und Schwarzafrikanern unkontrolliert über die Grenzen marschieren zu lassen, zustande kam, kann dies vor allem in Bezug auf ein friedvolles Zusammenleben nicht als nachhaltig konstatiert werden. Menschen sind nicht nur eingebettet in individuelle und biologische Grenzen, für ein fortdauerndes Zusammenleben sind besonders die kulturellen Grenzen von Bedeutung. Ein »multi-kulti« ist aus Sicht der Kulturgeschichte nicht überlebensfähig. Jede Kultur hat über Jahrhunderte hinweg eigene Wertvorstellungen, Mentalitäten, Wirtschaftsweisen oder kommunikative Regeln entwickelt. Gegenwärtig wird die deutsche Kultur – der Dichter und Denker – komplett aus den Angeln gehoben. Das führt dazu, dass viele Menschen ihre eigenen Grenzen gar nicht mehr wahrnehmen können. Im Fokussieren auf die äußeren Umstände scheint die Mehrzahl sich einem Einheitsbrei ausgesetzt zu sein. Zu den verschiedenen Religionen und Kulturen sollen sich gegenwärtig auch schon Kita-Kinder mit sexueller Vielfalt beschäftigen: Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben! Wahnsinn – ist es da ein Wunder, dass manch einer selbst nicht mehr weiß, ob er Männlein oder Weiblein ist?

Aus Reportagen oder Bestseller-Romanen über indigene Stämme, die in ihrer Lebensweise weitaus naturnaher eingeordnet werden können, als beispielsweise materialistisch orientierte Gesellschaften, wird schnell deutlich, dass diese potentielle Neuankömmlinge nicht sofort in ihren Stamm aufnehmen. Sie setzen hier Grenzen. Ihnen ist bewusst, dass hier zwei Weltbilder aufeinander prallen und Unfrieden eine Folge ist. Indigene Völker leben überwiegend in einem holistischen Weltbild. Sie sehen sich als Teil der Natur und fühlen sich mit ihr verbunden. Erst durch ein mehrjähriges Nebeneinander wohnen, lernen, sowie übernehmen von Sprache, Verhalten und Kultur der Stammesangehörigen wird ein Fremder über Riten und Einweihungen zum Mitglied der Gruppe. Dies ist für den Fortbestand des Kollektivs zwingend notwendig. Gemein ist diesen Völkern oder Stämmen, dass sie regionale, überschaubare Entitäten bilden. Begrenzung der Systeme und Identitätsstiftung. Diese sind gleichzeitig die Basis für Beziehung, Wertschätzung und besonders für die Bildung von Werten. Dieser natürlichen Ordnung laufen die Entwicklungen des dualistischen Weltbildes mit einheitlichen Währungssystemen, Abschaffung nationaler Grenzen oder global ausgerichteten Ökonomien entgegen. Die Folgen sind in permanenten Wirtschafts-, Banken-, Flüchtlings- oder Umweltkrisen offenkundig.

Zwei deutsche Größen, die weitaus mehr für unser kulturelles Gedächtnis hinterlassen haben, als wir uns heute noch vorstellen können, waren Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Während Goethe eher als Universalgelehrter betrachtet werden konnte, stand Schiller untrennbar mit kultureller Identitätsstiftung im Einklang. Im Rahmen meines Studiums der Zeitgeschichte habe ich mich mit beiden Geistesgrößen intensiv beschäftigen dürfen. Die beiden Seminararbeiten publiziere ich hier für Interessierte.

Schiller Seminararbeit

Seminararbeit Goethe

Ich nehme wahr, dass sich in den nächsten Jahren nicht nur nationale Grenzen, Sprache oder Währung auflösen respektive vermischen werden. Insgesamt wird auch die kulturelle Identität, die die letzten zweihundert Jahre das deutsche Volk geeint hat, aus dem kollektiven Gedächtnis verwässern und verschwinden.

Insofern versuche ich mehr und mehr den Fokus auf meine inneren Wahrheiten und Werte zu lenken. Im Außen wird leider bald kein Stein mehr auf dem anderen stehen.

Halte dich nur im stillen rein,
Und laß es um dich wettern;
Je mehr du fühlst, ein Mensch zu sein,
Desto ähnlicher bist du den Göttern. (Goethe)

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