Ernährung

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Erkenne, was dir guttut!

Die Hildegard-von-Bingen-Ernährung ist besonders, weil sie einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Sie basiert auf leicht verdaulichen, naturbelassenen Lebensmitteln, wobei Dinkel ein zentraler Baustein ist. Sie betont die Bedeutung des Einsatzes von Kräutern wie Galgant und Bertram zur körperlichen Stärkung und das Vermeiden von Rohkost. Weitere Besonderheiten sind die Empfehlung, Mahlzeiten warm zu genießen, Ruhepausen nach dem Essen einzulegen und eine bewusste, dankbare Haltung gegenüber dem Essen zu kultivieren.

Wisse die Wege

Hildegard von Bingen (1098–1179) war eine deutsche Benediktinerin, Mystikerin, Heilkundige, Schriftstellerin, Naturwissenschaftlerin, Architektin und Komponistin. Sie gilt als Universalgelehrte des Mittelalters und ist berühmt für ihre religiösen Visionen, die sie in Werken wie dem Scivias dokumentierte. Darüber hinaus existieren naturkundliche und medizinische Schriften (Physica, Causae et Curae), die die Grundlage ihrer ganzheitlichen Naturheilkunde bilden. Hildegard gründete und leitete Klöster, reiste als Predigerin und war eine einflussreiche Ratgeberin für führende Persönlichkeiten ihrer Zeit.
 
 
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Kochen ohne Tomate, Kartoffel & Co. - Was bleibt da noch auf dem Teller?

Obwohl die Hildegard-Küche für Portionen nach der Regel „discretio“ – also im rechten Maß – steht, bedeutet dies keinesfalls strenge Diät oder gar Verzicht. Dennoch sollte der Kranke einige Nahrungsmittel meiden. Nachtschattengewächse, wie Tomaten, Kartoffeln oder Auberginen enthalten Glykoalkaloide. Sie reizen die Darmschleimhaut und können bei übermäßigem Verzehr immunotoxisch wirken. 

Auch Kuhmilchprodukte oder Kohlarten sollten während einer Therapie eher gemieden werden. Für den Stoffwechsel sind Ziegenjoghurt oder Schafskäse besser verträglich. Für Menschen die in Jodmangelgebieten (Mittel- und Süddeutschland) leben, wirken sich Kohlarten als zu belastend für die Schilddrüse aus. Wer dann noch die Schweine-Schlachtplatte lieber mit dem Fernglas anschaut, hat die wichtigsten Hürden für eine Ernährungsanpassung nach Hildegard bereits genommen.  

Woher Hildegard ihr Wissen um die Wirkung genannter Nahrungsmittel hatte, kann nicht beantwortet werden. Aber die heutige Biochemie zeigt, dass ihre Inhaltsstoffe wie beispielsweise Glykoalkaloide, Glucosinolate oder A1-β-Casein, Entzündungen fördern und den Stoffwechsel belasten.

Warum ist Dinkel so besonders?

Jede Hochkultur besitzt ihren eigenen Getreideanbau, der an die jeweilige Region angepasst ist. Weizen, Dinkel und Gerste wurden vorwiegend im Mittelmeerraum und Vorderasien angepflanzt. Getreidesorten wie Mais und Reis dominierten in Amerika und in Asien. Durch den Ackerbau konnten die Menschen sesshaft werden und komplexe Gesellschaften mit spezialisierter Arbeit entwickeln. Eine nährstoffreiche Getreidesorte ermöglichte somit erst die Entwicklung früherer Hochkulturen. 
 
Während Einkorn, Emmer und Dinkel im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit gerieten, wurden die anderen Getreidearten vielfach gekreuzt und für eine Massenproduktion angepasst. Sie sollten resistenter gegen Krankheiten werden, Erträge steigern oder sich an ändernde Umweltbedingungen anpassen. Die Kehrseite dieser Entwicklung: mittlerweile sind moderne Weizen-Monokulturen anfällig für Krankheiten und Schädlinge und brauchen große Mengen Pestizide und Dünger. Daraus resultieren ausgelaugte Böden, eine Abnahme des Humusgehaltes, weniger Bodenleben und eine Verarmung an Mineralien. 
 
Urgetreidesorten wie Einkorn, Emmer und Dinkel unterscheiden sich von modernen Weizensorten durch ihre Genetik, Anbaumethoden und gesundheitlichen Vorteile. Dinkel reift zwar langsamer als moderne Getreide, bringt eine geringere Ernte und ist wegen der langen Halme weniger standfest. Doch er ist durch seine schützende Schale weniger anfällig für Schadstoffe und Schädlinge. Daher benötigt er weniger Pflanzenschutzmittel und ist gesünder für den Menschen.
 
Dinkel ist gut für den Darm. Er ist reich an Ballaststoffen, fördert die Verdauung und unterstützt ein gesundes Darmmikrobiom. Er kann für Menschen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt besser verdaulich sein als Weizen und lindert Beschwerden wie Verstopfung und Blähungen. Dinkel enthält neben Ballaststoffen auch viele Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Kupfer, die für die Körperfunktionen wichtig sind. Der Zink- und Selengehalt ist im Schnitt ebenfalls höher als in modernen Weichweizensorten. Somit bestätigten biochemische Analysen zum Mineraliengehalt die Einschätzung von Hildegard. 

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